Martha Jagoda, UX & Konzeption 21.03.2019

Konzeption - It's all about the user

Nutzerzentrierte Konzeption

Dass Usability wichtig ist und im Zweifel einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen kann, ist längst kein Geheimnis mehr. Durch die zunehmende Komplexität in Informationsräumen, wie dem Internet, wird eine gute Benutzbarkeit immer bedeutender. Wie kommt man aber zu guter Usability oder gar User Experience im Rahmen der Konzeption von Softwarelösungen? 

Kennst du deinen User?

„Natürlich kennen wir unsere User“, „klar ist Usability wichtig“ und „wir wissen ganz genau was unsere Anwender wollen“. Jeder, der sich mit der Entwicklung von Softwarelösungen oder Systemen zur Mensch-Computer-Interaktion beschäftigt, kennt diese Aussagen. Aber lassen Sie mich an der Stelle ganz ketzerisch fragen – kennen Sie Ihre Anwender, deren Nutzungsverhalten und deren Problemstellungen im Arbeitsalltag wirklich? 

Im Rahmen der Konzeption von interaktiven Systemen geht es im Grunde genommen darum, Probleme für den Anwender zu lösen. Genau diese ominösen Anwender sind es, die es in den Fokus zu stellen gilt. Vor allem bei umfangreichen Projekten, mit vielen Variablen und viel Spielraum für eigene Interpretation, ist der Einbezug der Anwender unerlässlich, um die realen Nutzungsbedürfnisse zu erfassen. Nur dadurch ist es möglich Interaktionskonzepte zu entwerfen, die dem User gerecht werden.  

Wir wollen ihn kennenlernen!

Wer auch immer der Benutzer der Software ist – wir wollen, nein, wir müssen ihn kennenlernen. Im Rahmen von Interviews, Workshops oder auch Beobachtungen können wir als Usability- und UX-Experten mit unserem prall gefüllten Methodenkoffer Bedürfnisse erfassen, Anwendungsprobleme identifizieren und manchmal auch das Problem hinter dem Problem erkennen. Ganz ohne Umwege – direkt mit dem Anwender. Wir stellen die richtigen Fragen, zum richtigen Zeitpunkt und adressieren genau die Nutzergruppen, die diese auch beantworten können. 

Im ersten Schritt der Konzeption geht es also darum, das ganz konkrete Nutzerbedürfnis zu erfassen. Welche Ziele verfolgt der Anwender, wenn er mit dem interaktiven System interagiert? Welche Arbeitsschritte sollen unterstützt werden? Welche Arbeitsprozesse werden, wie oft, durch die zu konzipierende Softwarelösung unterstützt? 

User, User und immer wieder User

Eine Konzeption, die die Beobachtung der Nutzer in ihrem gewohnten Tätigkeitsumfeld (Nutzungskontextanalyse) außer Acht lässt, ist aus unserer Sicht zu oberflächlich gedacht. Das wäre, als würde ein Modedesigner eine unglaublich attraktive, modisch ausgefeilte Bademodenkollektion für Kunden in Alaska entwerfen. Natürlich sind diese Bikinis dann durchaus kleidsam, allerdings befriedigen sie das Bedürfnis der Menschen in Alaska nach wärmender Kleidung nicht so richtig. Man kann sich denken, wie gering das Interesse an Bademode in Alaska ist und wie dementsprechend die Verkaufszahlen ausfallen würden. Und genauso verhält es sich mit Software. Nur, wenn Software den Anforderungen der Anwender entspricht, wird diese gern benutzt und führt zu all den positiven Effekten, die eine gute Usability erzeugt. Die Einlernzeiten verkürzen sich, die Dauer zur Erledigung von Aufgaben verkürzt sich und so weiter. Und damit spart eine gut bedienbare Software am Ende bares Geld. Doch überdies soll die Anwendung nicht nur gebrauchstauglich sein. Sie soll Spaß machen. Sie soll den Benutzer in der Interaktion unterstützen und ja – am Ende sollen interaktive Systeme begeistern. 

Nutzerzentrierung beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Konzeption von Benutzeroberflächen. Auch die Auswahl der zu verwendenden Technologie schließt die Anforderungen des Anwenders mit ein. Oft ist es z.B. gar nicht sinnvoll, einen SUV oder Jeep zu konzipieren. 200 PS und überdimensionale Reifengrößen sind bspw. nicht notwendig, wenn sich der Fahrer lediglich in der Innenstadt bewegt oder ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein hat. 

Und dann beginnt die eigentliche Softwareentwicklung. Auch hier stellen wir den Anwender in den Mittelpunkt. Der Ansatz, iteratives Kundenfeedback einzuholen scheint banal, ist jedoch aktuell in aller Munde. Agile Methoden der Softwareentwicklung sind en vogue. Jedoch ist es nicht ausschlaggebend, mit welcher Methode Software entwickelt wird. User Centered Design ist schlicht und ergreifend das Ergebnis kontinuierlichen Einbezugs von Anwendern. Sei es in Sprint Reviews innerhalb von SCRUM oder klassischen Usability Tests zu definierten Zeitpunkten. 

Nutzerzentrierung als Schlüssel

Ein Porschefahrer hat andere Anforderungen an sein Fahrzeug als bspw. der Fahrer eines Fiat Pandas. Vollkommen wertfrei – einfach anders. Diese Individualität ist es, die wir bei UEBERBIT leben, und wir sind der Überzeugung, dass der Schlüssel zum Anwendungserfolg in der nutzerzentrierten Konzeption liegt. Deshalb legen wir viel Wert darauf, Individualsoftware für „jemanden“ und nicht für „jedermann“ zu entwickeln, die an die Bedürfnisse der jeweiligen Anwender angepasst ist und sie zielgerichtet genau an den Stellen unterstützt, an denen das nötig ist.  

Grafik: Claire Murray (http://www.clairemurray.co.uk)