Leon Kerker, Projektmanagement // Benjamin Krosse, Developer 19.03.2018

Fast perfekt im Unperfekthaus: das DrupalCamp Ruhr 2018

DrupalCamp Ruhr 2018

Zum mittlerweile fünften Mal fand letztes Wochenende das DrupalCamp Ruhr in Essen statt. Wie schon in den vergangenen Jahren wurde als Location das Unperfekthaus gewählt, wo sich die Drupal Community traf, um zu diskutieren und neue Themen und Leuten kennenzulernen. Schon am Freitag machten sich zwei UEBERBIT-Kollegen – Leon Kerker und Co-Autor Benjamin Krosse (Foto, von links) - auf den Weg nach Essen, wo man sich abends noch in der Temple Bar traf, ehe es samstags mit Sessions losging.

Paneldiskussion

Das Camp wurde mit einer Paneldiskussion über Drupal-Distributionen eröffnet. Miro Dietiker, Christoph Breidert, Mohammed Razem, Bojan Zivanovic, Christina, Christian Fritsch und Moritz Arendt diskutierten über die Problematik des Konfigurations-Managements von Distributionen und mögliche Ansätze, um Updates schneller und effizienter durchführen können.

Building websites with Drupal that content authors love

Bei einem Website-Relaunch wird oftmals die Customer Journey betrachtet und überlegt, wie man für den Nutzer die Seite so attraktiv und nutzerfreundlich wie möglich gestalten kann. Doch was ist mit der Authors Journey? Manuel Pistner von Bright Solutions zeigte uns Dos und Don‘ts der Backend-Architektur und hilfreiche Module, welche die Arbeit für Autoren erleichtern.

Media in Drupal Core

Schon beim vergangenen DrupalCamp in Frankfurt gab uns Katja Heitmann einen Einblick in die Media-Initiative, die sich seit 2013 den Herausforderungen des Media-Managements in Drupal annimmt. Seit Drupal 8.4 ist das Media Modul nun ein fester Bestandteil des Systems und wurde in Drupal Core aufgenommen. In der Session am Samstag zeigte uns Christian Fritsch den bisherigen Weg der Media Integration und den aktuellen Stand.

Agile Vorgehensweisen

In einer spontanen Session lud Josef Dabernig ein, sich über das agile Vorgehen und Arbeitsweisen in Agenturen und als Freelancer auszutauschen. Zwar möchten viele Kollegen ein agiles Vorgehen in ihren Unternehmen etablieren, jedoch gibt es hierbei einige Stolpersteine und Hürden, die überwunden werden müssen. Wie geht man mit der Erwartungshaltung des Kunden um? Welche Tools und Werkzeuge werden genutzt, um die agile Arbeitsweise zu fördern? Und gibt es eigentlich agile Verträge mit dem Kunden? Es war spannend zu sehen, welche Methoden und Herangehensweisen in den einzelnen Agenturen etabliert wurden und weiterhin geplant sind. Bei fast allen Teilnehmern stellte sich zudem die Frage, wie man es schafft, die Konzeption, das Design und die Umsetzung besser zu verbinden, um schon frühzeitig im Projekt mögliche Hürden zu erkennen.

Von kleinen und großen Elefanten

Als genossenschaftlich organisierte Agentur übernehmen bei Reinblau alle Mitarbeiter Verantwortung, um somit auch zu einem selbstorganisierten Arbeitsalltag beizutragen. Julia Kliemann berichtete uns über die Projektarbeit bei Reinblau und welche Prinzipien und Strukturen im Alltag verfolgt werden. Dabei sorgte vor allen Dingen die Meeting-Kultur bei den Zuhörern für großes Interesse. Der Organisator eines Meetings darf bestimmen, welche Informationen er von wem benötigt und ob er Feedback oder Diskussionen zulassen möchte. Wichtig hierbei ist jedoch, dass vor jedem Meeting das Ziel jedes Einzelnen im Vordergrund steht. Es war durchaus spannend zu beobachten, welchen Weg Reinblau vor wenigen Jahren einschlug und wie sie diesen bewältigen.

Neues Team - was nun?

Wie entsteht ein Team, und welche Phasen durchläuft es? In seiner alltäglichen Arbeit beschäftigt sich Florian Latzel mit der Zusammensetzung und Weiterentwicklung von Projekt-Teams. In der Session wurde die Phasentheorie vorgestellt, nach der nach Tuckman jedes Team innerhalb eines bestimmten Zeitraums in allen Fällen vier Phasen durchläuft. Weiterhin wurde über das Erwartungsmanagement diskutiert und Erfahrungen darüber ausgetauscht, welche Möglichkeiten es gibt, aus Einzelkämpfern Teamplayer zu formen. Gerade aus Sicht des Projektmanagements konnte man aus diesem Vortrag einiges für seine Arbeit mit den Projektteams mitnehmen.

Nerd-Quiz

Am Samstagabend wurde das Drupal- und Nerd-Wissen jedes Einzelnen auf die Probe gestellt. Im klassischen Pub-Quiz-Format konnten verschiedene Teams gegeneinander antreten und sich durch 50 Fragen rund um nerdige Themen kämpfen. Zwar konnten wir den Hauptpreis nicht abräumen, jedoch landete unser Team mit 37 Punkten auf dem zweiten Platz. Nach dem Quiz blieben noch einige auf ein paar Bier im Unperfekthaus, andere zog es weiter in die Essener Clubs.

Probe und Vorbereitung für Drupal Europe 2018

Das Camp war in vielerlei Hinsicht eine Probe für die anstehende Drupal Europe. So wurde z. B. der Prototyp einer selbstentwickelten Out-of-the-box-Video-Aufzeichnungs- und Streaminglösung zum ersten Mal erprobt und erfolgreich eingesetzt. Diese soll später auf der Drupal Europe eingesetzt werden, um die Sessions aufzuzeichnen und live im Internet zu streamen. Weiterhin ist geplant, einzelne Video-Boxes für Drupal-Events in ganz Europa zur Verfügung zu stellen. 

Außerdem konnte man einen Einblick in die Organisation der Drupal Europe 2018 bekommen. In mehreren kleinen Sessions wurden Punkte wie die Finanzierung oder Volunteering diskutiert. Wie teuer muss ein Ticket sein, damit man das Event finanziert bekommt? Wie kann man freiwillige Arbeit für das Event schmackhaft machen, um nicht auf gemietete Arbeitskräfte angewiesen zu sein? Wie macht man Sponsoring attraktiv? Dies sind nur ein paar der Fragen, die nach einer Antwort suchen und wo jeder mithelfen kann, sei es durch Sponsoring oder Volunteering.

Rundum war das DrupalCamp in Essen ein tolles Event in einer noch cooleren Location - an dieser Stelle auch nochmal ein Dankeschön an das komplette Orga-Team. Zwar war das Prinzip des Barcamps – wie oben erwähnt - anfangs noch etwas holprig, doch der Mix aus geplanten und spontanen Sessions machte es letztendlich aus.