Dr. Boris Stepanow, Geschäftsführer, Gesellschafter und Gründer 27.05.2026

Mit eigener Software raus aus der SaaS-Abhängigkeit

Dr. Boris Stepanow trägt vor zum Thema Digitale Souveränität

Wie mittelständische Unternehmen digitale Souveränität und echten Unternehmenswert gewinnen.

Viele mittelständische Unternehmen haben in den letzten Jahren verstärkt auf Software-as-a-Service (SaaS) gesetzt, der Trend hält an. Das ist sehr naheliegend, bieten doch SaaS-Anwendungen an vielen Stellen schnelle und einfache Lösungen, die zur Entlastung der zunehmend unter Druck stehenden Unternehmens-IT beigetragen sollen. Die Einführung von Saas-Lösungen ist somit auch eine Reaktion auf die vielfältigen Digitalisierungsanforderungen des Managements. Doch das hat seinen Preis, wie sich in zunehmenden Maß zeigt. Immer mehr und immer höhere Lizenzkosten belasten die Unternehmen, das Ausmaß der Kostensteigerungen überrascht auch die vorsichtigsten Kalkulatoren, selbst Preismodelle werden durch die Anbieter geändert: damit wird eine Finanzplanung unsicher. Und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. 

Während bei Standard-SaaS-Lösungen der jährliche Preisanstieg zuletzt durchschnittlich bei 8,7 % deutlich über der Inflation lag, sind bei den großen Enterprise-Anbietern wie Microsoft, Oracle, Adobe & Co. die Preise mit Erhöhungen bis zu 50 % durch die Decke geschossen. So fließen jährlich Milliardenbeträge aus Deutschland und der EU in die USA, anstatt als Investitionen in Deutschland zu verbleiben. Diese Entwicklung wird sich in Bezug auf KI noch massiv verschärfen. OpenAI, Anthropic, Google und Co. betreiben ein KI-Vendor-Lock-In in einem eklatanten Ausmaß, indem sie ihre Preismodelle aktuell künstlich subventionieren. Es ist eine Frage der Zeit, bis diese Unternehmen ihre enormen Investitionen zu Geld machen werden. 

Dies alles führt bereits heute dazu, dass ein rasant wachsender Teil der IT-Kosten rein operativ ist. Betriebswirtschaftlich ist das ungünstig: Diese Ausgaben wirken sich sofort ergebnisbelastend aus und bauen keinen nachhaltigen Unternehmenswert auf. 

»Während SaaS-Lösungen dauerhaft Kosten verursachen, kann individuell entwickelte Software zu einem aktivierbaren Vermögenswert werden – und damit direkt zur Wertsteigerung Ihres Unternehmens beitragen.«

Weg von reinen Kosten, hin zu gezielten Investitionen und echtem Unternehmenswert

Der Ansatz, den wir bei UEBERBIT mit der Entwicklung individueller Lösungen auf Basis von Open Source verfolgen, wirkt einer reinen Kostenbetrachtung entgegen: Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen Software, die genau Ihre Prozesse abbildet – und die Sie besitzen. Unter den richtigen Voraussetzungen können diese Entwicklungskosten aktiviert werden. Das bedeutet: Sie schaffen einen Vermögenswert in Ihrer Bilanz, den Sie über mehrere Jahre abschreiben. So verschieben Sie Software von einer reinen Kostenposition hin zu einer gezielten Investition – mit planbaren Effekten, mehr Kontrolle und einem direkten Beitrag zur Unternehmensbewertung.

An dieser Stelle geht es mir in erster Linie um die eingeschränkte betriebswirtschaftliche Betrachtung SaaS vs. Owned Software. Im geweiteten Blick auf Aspekte wie Security, Datenhoheit, Regulatorik oder Vendor-Lock-In tragen individuelle Softwarelösungen noch im viel stärkeren Maße dazu bei, digitale Souveränität zurückzugewinnen. (siehe auch meinen Blog-Beitrag »Warum Digitale Souveränität heute unverzichtbar ist«). 

Der entscheidende Perspektivwechsel

SaaSOwned Software
Laufender Aufwand (Opex)Investition (Capex)
Sofortige ErgebnisbelastungAbschreibung über Zeit
Abhängigkeit vom AnbieterSouveränität
Kein VermögenswertAufbau von Unternehmenswert

Oder spitz formuliert: SaaS ist Miete. Owned Software ist Eigentum.

Der Wechsel von SaaS zu Owned Software ist mehr als eine technische Entscheidung. Er ist ein wirtschaftlicher und strategischer Schritt von Kosten zu Investition, von Abhängigkeit zu Souveränität, von Miete zu Eigentum. Immer mehr Unternehmen spüren die Abhängigkeiten und Kosten und hinterfragen ihre SaaS-Landschaften. 

Es geht keineswegs darum, SaaS-Lösungen generell zu verbannen. Sie behalten an vielen Stellen weiterhin ihre Berechtigung. Aber wir unterstützen Sie, Bereiche mit einem hohen Hebel für Owned Software zu identifizieren, wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu konzipieren und softwarebasierte Unternehmenswerte zu entwickeln.

Wir entwickeln nicht nur Software. Wir helfen, IT in einen wirtschaftlichen Erfolgsfaktor zu verwandeln. 

Dr. Boris Stepanow, geschäftsführender Gesellschafter und Gründer UEBERBIT

Über den Autor

Dr. Boris Stepanow

Geschäftsführender Gesellschafter , Gründer

Dr. Boris Stepanow hält einen strategischen Rahmen für unverzichtbar, um operative Maßnahmen auf ein übergeordnetes Unternehmensziel wirksam auszurichten. Der Umgang mit der digitalen Souveränität ist dafür ein Paradebeispiel. 

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