Daniel Bönisch, Geschäftsführer, Gesellschafter und Gründer 09.06.2026

30 Jahre, 30 Fragen, #04: Reicht uns ein gutes Gefühl – oder brauchen wir Zahlen?

Projekte brauchen Ziele

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel." Sepp Herbergers Fußball-Weisheit gilt auch für digitale Projekte: Der Launch ist nicht der „Abpfiff". Es ist der Moment, ab dem man anfängt zu messen, ob das Richtige gebaut wurde. Aber was misst man eigentlich? Und woher weiß man das?

Projekte brauchen Ziele

In vielen Gesprächen beschreiben Auftraggeber ein Unbehagen als Startpunkt ihres Projekts: „Die alte Lösung ist einfach nicht mehr zeitgemäß.", „Wir brauchen endlich was Modernes.", „Intern beschwert sich jeder darüber." Das ist völlig legitim. Unsere Aufgabe ist es, dieses Unbehagen zu hinterfragen. Denn hinter „nicht mehr zeitgemäß" kann vieles stecken: ein Kommunikationsproblem, ein Strukturproblem, manchmal auch ein Technikproblem.

Unsere Frage in solchen Momenten klingt einfach: Woran würden Sie in einem Jahr erkennen, ob sich das Projekt gelohnt hat? Diese Frage ist ein Schlüssel für alles Weitere.

Oft zeigt sich dann, dass die Beteiligten ganz unterschiedlich antworten. Der Vertriebsleiter denkt an Abschlüsse. Die Personalleiterin an Mitarbeitererfahrungen. Die Geschäftsführung an Strukturen und Kosten. Alle drei sitzen im selben Projekt. Aber sie reden über drei verschiedene Dinge. Dann stellt sich die Frage: Gibt es Kompromisse? Oder müssen Prioritäten gesetzt werden? Gefährlich wird es, wenn diese Erwartungen unausgesprochen bleiben. Dann zeigt sich womöglich erst nach dem Launch, dass das Projekt für manche funktioniert hat und für andere nicht.

Sind die Ziele klar, folgt die nächste Frage: Woran lässt sich ihre Erreichung messen? Nicht alles lässt sich sauber in Zahlen fassen. Ein Intranet soll einen Kulturwandel befördern. Eine Dachmarkenstrategie soll Vertrauen aufbauen. Solche Ziele sind weich. Aber weich heißt nicht unmessbar. Es heißt nur, dass man genauer hinschauen muss: Welche Indikatoren zeigen eine Veränderung? Was wäre ein erstes Zeichen, dass es funktioniert? Was wäre ein frühes Warnsignal, dass es nicht funktioniert?

Für uns ist die KPI-Diskussion kein Controlling-Ritual am Anfang eines Projekts. Sie ist die Grundlage der gemeinsamen Arbeit – vor, während und nach dem Launch. Wir sehen es als unsere Verantwortung, Projekte auf die Wertschöpfung für die Organisation unserer Auftraggeber auszurichten. Das heißt: Wir bauen nicht einfach, was bestellt wird. Wir fragen zuerst, was es bringen soll. Und dann prüfen wir gemeinsam, ob es das gebracht hat. Denn ein Projekt, das sich gut anfühlt, ist noch kein erfolgreiches Projekt.

Für uns endet ein Software-Projekt nicht mit dem Launch. Da beginnt eine spannende Phase. Wir messen die definierten KPIs kontinuierlich und justieren bei Bedarf nach, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Häufig entstehen aus den KPIs auch Dashboards, die im gesamten Life-Cycle zur Grundlage der gemeinsamen Arbeit werden.

Herberger wusste: Nach dem Spiel geht die Arbeit weiter. Bei Projekten ist das nicht anders.

Daniel Bönisch, UEBERBIT GmbH

Über den Autor

Daniel Bönisch

Geschäftsführender Gesellschafter

Daniel ist Mitbegründer und Mit-Inhaber der UEBERBIT GmbH. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Begleitung von B2B-Unternehmen bei ihren digitalen Strategien.