Patrick Biedert, Certified TYPO3 Developer 04.11.2016

Mal mehr, mal weniger TYPO3 bei der T3CON16 in München

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Nachdem ich im letzten Jahr eine kleine Auszeit genommen hatte, hieß es letzte Woche wieder: Auf zur T3CON! Auch in diesem Jahr wurde die Konferenz rund um TYPO3 wieder auf zwei Tage aufgeteilt – den Business Day am 26. und den Future Day am 27.10. – diesmal im Hilton Park Hotel in München.

Business Day

Eröffnet wurde die T3CON von Fabian Stein und Mathias Schreiber, dem „CEO“ der TYPO3 GmbH. Die beiden gaben einen kurzen Einblick, was im vergangenen Jahr passiert ist und was die Zukunft von TYPO3 noch bereithält – doch dazu später.

Obwohl sich der Business Day – wie der Name bereits vermuten lässt – hauptsächlich um unternehmensrelevante Themen dreht, hoffte ich dennoch, den einen oder anderen interessanten Talk über TYPO3 mitnehmen zu können. Ich versuchte es zunächst mit ein paar Case Studies. Diese handelten zwar weitestgehend von TYPO3, konnten aber inhaltlich nicht wirklich überzeugen. Auch der Vortrag über Apache Solr blieb mir vergönnt, denn den hatte ich aufgrund einer klammheimlichen Programmänderung verpasst. Weder die restlichen Talks, noch der Social Event am Abend – welcher in den Jahren zuvor als Garant für gute Stimmung galt – konnten mich dafür entschädigen. Ein eher ernüchternder Auftakt der Konferenz …

Future Day

Zur Einstimmung auf den Future Day zeigte uns Erik Händeler in seinem Talk „The History of Future“, wie wir anhand sich wiederholender Entwicklungen in der Vergangenheit Rückschlüsse auf die Zukunft schließen können. Eine Prognose, in welche Richtung das laufen könnte, gab es obendrauf – leider waren die Lottozahlen der nächsten Woche nicht dabei …

Die meisten der folgenden Talks hatten leider ähnlich wenig mit TYPO3 zu tun und hätten thematisch ebenso gut in das Programm des Vortags gepasst. Es gab aber auch einige erwähnenswerte Ausnahmen, wie z. B. Gernot Ploiners Vortrag zu „Mask“, einer Art Kickstarter für Templates und eine ernstzunehmende Konkurrenz für das umstrittene „TemplaVoila!“. Robert Lindh zeigte anschließend, wie mit dem „t3kit“ innerhalb kürzester Zeit komplette TYPO3-Websites mit fertigen Seiten- und Content-Templates sowie vorkonfigurierten Extensions erstellt werden können. Zu guter Letzt brachte uns Søren Schaffstein die Programmiersprache „R“ näher und erklärte, wie damit komplexe statistische Berechnungen in Rekordzeit möglich sind (Slides).

In der abschließenden Keynote von Mathias Schreiber und Benni Mack ging es dann wieder um TYPO3 und dessen Zukunft. So wird z. B. gerade mit Hochdruck an dem lange erwarteten Frontend-Editor gearbeitet, der es Redakteuren wesentlich einfacher machen soll, Inhalte zu pflegen. Außerdem wurde erläutert, wie durch die Implementierung von Doctrine DBAL im Core neben mySQL auch andere Datenbank-Technologien wie Oracle, PostgreSQL oder MS SQL Server mit TYPO3 genutzt werden können. Dies soll nun auch das Interesse von potentiellen Kunden wecken, die bisher noch nicht über die Verwendung von TYPO3 nachgedacht haben.

Fazit

Insgesamt ist leider der Eindruck entstanden, dass TYPO3 an sich eine viel zu kleine Rolle auf der diesjährigen Konferenz gespielt hat. Den Satz „TYPO3 is not part of this Talk“ habe ich verhältnismäßig oft auf den Slides wiederfinden können, was die Frage aufkommen lässt, warum die Konferenz überhaupt „TYPO3” im Namen tragen darf. Doch ganz umsonst war das ganze natürlich nicht, schließlich gab es auch einige durchaus interessante Vorträge. Und abgesehen davon kann es niemals schaden, einen Blick über den Tellerrand zu wagen.

Alle Infos zur T3CON gibt es hier.